Freitag, 7. Dezember 2012

Chafer über Heiligung

In Kapitel VII seines Buches Unser Heil, »Zwei fundamentale Tatsachen«, stellt Chafer zunächst die Stellung des Gläubigen »in Christus« dar. Anschließend schreibt er:
Diesen Stand der Vollkommenheit in Christus zu kennen führt mit nichten zu einem lässigen Leben im Alltag: es ist im Gegenteil die stärkste Triebkraft zu einem geheiligten Leben, die ein Mensch besitzen kann. Nutzlose Spekulationen haben hier keinen Raum. Wir haben es mit dem Zeugnis des Geistes Gottes zu tun. Dieses Zeugnis aber geht dahin, daß die Verdienste oder Nichtverdienste eines Menschen nicht als Qualifikation für die von Gott gegebene Gerechtigkeit figurieren. Sie ist ganz eindeutig für den, »der keine Werke verrichtet« (Röm. 4,5). Gleichgültigkeit im Leben ist niemals das Resultat des Glaubens an diese Offenbarung. Es ist ganz klar, daß Gott sehr starkes Interesse am Lebenswandel seiner Kinder hat; doch steht diese Angelegenheit hier nicht in Frage. Wir können die Ordnung Gottes nicht einfach straflos ignorieren, die uns zuerst unseren Gnadenstand zeigt und uns dann auffordert, dementsprechend zu leben. Die Kinder Gottes werden oft nur »mit Ermahnungen gefüttert«, ohne daß auf den entsprechenden Stand hingewiesen würde. Dies wird immer mit einem verhärteten Herzen und gleichgültigen Leben enden. Gott aber hat den Stand, dem das Leben entsprechen soll, in positiver Weise offenbar gemacht. Es ist daher gefährlich, irgend einen Teil der göttlichen Wahrheit wegzunehmen oder die göttliche Ordnung für ihre praktische Anwendung zu ändern. Diejenigen, die zur Erkenntnis der überschwenglichen Gnade Gottes gegen sie gekommen sind, brauchen keine besonderen Ermahnungen, ihr eigenes Herz und Gewissen treulich zu erforschen. (S. 90)

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